Wie verjüngt sich der Wald?
Alte, reife Bäume bilden nach der Blüte im Frühjahr Samen (Eicheln, Kastanien, Zapfen u.a.m.). Wenn sie reif sind fallen sie auf den Waldboden und beginnen dort zu keimen - dabei wird die Wurzel ausgebildet und Keimblätter wachsen um Photosynthese machen zu können. Aus diesem Keimling entwickeln sich im Lauf der Jahre junge Bäume, sofern sie nicht vom Reh aufgefressen werden. Diesen Vorgang nennen die Waldeigentümer und Förster Naturverjüngung. Die beste Methode unsere Wälder zu verjüngen.

Doch was passiert, wenn es keine Samenbäume im Wald gibt?
Oder durch den Klimawandel die alten Bäume vernichten wurden (Sturm / Borkenkläfer)?
Dann müssen die Waldeigentümer junge Bäume pflanzen.
Doch woher bekomme ich als Waldeigentümer die jungen Bäume?
Hier kommen Spezialisten zum Einsatz die die Früchte der Waldbäume ernten bevor sie auf den Waldboden fallen - die Zapfenpflücker. Bei der Weißtanne zum Beispiel klettern Zapfenpflücker in die Kronen dieser Nadelbäume und pflücken die Zapfen mit den darin enthaltenen Samen. Die Ernte wird dann zusammengetragen und in eine Klenge (Darre) gefahren. Dort werden die Zapfen getrocknet, so als ob sie von der Sonne beschienen werden. Dabei öffnen sie ihre Schuppen und geben die leichten Tannensamen frei.
Ein Tannenzapfen enthält ca. 100-150 Samen.
Aus 1 kg Samen können bis zu 6.000 Weißtannen entstehen.
Eine nicht ungefährliche Arbeit, die in ca. 30 - 45 m über dem Boden in luftiger Höhe stattfindet. Für diese Anstrengung und die Gefahr werden die Zapfenpflücker mit frischer Luft, Tannenduft und bei schönem Wetter einer großartigen Aussicht belohnt. Doch gerade für letzteres haben sie meist keine Zeit.
Die Zapfenpflücker ernten für den Wald von morgen das wertvolle Vermehrungsgut um unsere Wälder zu erhalten.
Wir Waldeigentümer sorgen für Nachwuchs, einen gesunden, klimastabilen und artenreichen Wald - für unsere Kinder, Enkel und Urenkel!


